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Die beiden BäumeValerie
Hudson Cassler
[Anmerkung von FAIR: Der Inhalt dieser Präsentation, wie aller FAIR-Konferenz-Präsentationen auch, ist die Meinung des Autors und sollte nicht als offizielle Lehre der Kirche oder offizielle Meinung von FAIR mißverstanden werden.] [Bemerkung der Autorin: Diese Präsentation wurde von Power Point begleitet, um Bilder zur Veranschaulichung der besprochenen Punkte zu zeigen. Vielleicht möchten Sie diese anschauen, um diese Rede möglichst gut zu verstehen. Anweisungen, wann man mit Power Point weitergeht, stehen im Text in eckigen Klammern. Außerdem ist dieser Text als Mitschrift einer Rede umgangssprachlich und entspricht nicht der normalen akademischen Sprache. Ich entschuldige mich dafür.] [Dia 1, Titel, wird während der Einleitung gezeigt.] Ich bin begeistert, dass ich heute mit Ihnen bei FAIR sein kann. Ich glaube, letztes Jahr kam ich mit Ralph Hancock und Richard Sherlock, und wir sprachen ein wenig über SquareTwo. [Dia 2 wird gezeigt.] Zur Wiederholung möchte ich Sie einfach daran erinnern, dass SquareTwo das Ziel hat, das beste Online-Journal für Gedanken unserer Mitglieder in Bezug auf die wichtigen Themen der heutigen Welt zu sein. Unsere Artikel und Kommentare werden immer überprüft. Bei besonders kontroversen Themen hatten wir für unsere verschiedenen Artikel bis zu 50 000 Leser. Ja, gerade in der Frühlingsausgabe, unserer letzten Ausgabe, hatten wir einen der einzigen Artikel über Mehrehe, die von einer gläubigen Mormonin geschrieben sind. Es gibt also eine weibliche Perspektive für die Mehrehe, so wie LuB 132 absolut klar zeigt, dass die Mehrehe ein abrahamisches Opfer ist. Und von abrahamischen Opfern wissen wir, dass sie immer zeitlich begrenzt sind, und dass immer ein Widder im Dickicht ist, sei es in diesem Leben oder im nächsten. Und darum taufen wir nicht diejenigen, die in Mehrehe leben – selbst in Ländern, wo das legal ist – weil es immer ein Gräuel ist, wenn man ein abrahamisches Opfer bringt, ohne ein Gebot dafür erhalten zu haben. Monogamie ist dagegen niemals ein Gräuel, sie ist vielmehr eine der wichtigsten Segnungen Gottes. Nun gut, jetzt kommt die richtige Rede. Ich habe mich der Kirche nicht angeschlossen, weil ich eine Feministin war, sondern ich bleibe in der Kirche, weil ich Feministin bin. Und ich möchte zu Beginn meiner Rede einen Überblick über die Hauptpunkte der HLT-Lehre geben, die sie aus feministischer Sicht zu einer so revolutionären Religion macht. [Dia 3 wird gezeigt.] Sie müssen entschuldigen, dass ich nicht mit dem Adobe Illustrator umgehen kann, darum habe ich schließlich mit einem anderen Programm Strichmännchen gemalt. So, jetzt kommt dieses großartige Material und der Grund, warum ich trotz meiner feministischen Ansichten in der Kirche bleibe. Das wiederhergestellte Evangelium lehrt mich, dass der Begriff „Gott“ eine erhöhte Frau und einen erhöhten Mann umfasst, die im neuen und immerwährenden Bund (und das finden wir auch in LuB 132) verheiratet sind. Wir haben gelernt, dass es keinen Gott gibt, ohne dass Männer und Frauen einander als Gleichgestellte lieben. Der Vater im Himmel ist kein alter Junggeselle. Tatsächlich ist der Satan der alte Junggeselle. Das ist revolutionär. Zweitens lehrt mich das wiederhergestellte Evangelium, dass man seinen männlichen oder weiblichen Körper für immer hat. Das ist kein Fluch, sondern ein großes Geschenk und eine Segnung, für die man sich würdig erweisen musste. Ihr Frauen unter den Zuhörern, eure Brüste, euer Schoß, eure Eierstöcke sind kein Fluch, Schwestern, sie sind ein Segen. Das wiederhergestellte Evangelium lehrt mich auch, dass ich für immer verheiratet sein werde und dass ich für immer Kinder haben werde. Und dieses Leben, in dem ich mit meinem Liebsten verheiratet bin und für immer Kinder haben werde, wird mir die höchste Freude bringen. Ich werde niemals vergessen, wie David Paulsen, als er vor einigen Jahren an der BYU den Lehrstuhl für Verständigung zwischen den Religionen innehatte, verschiedene Theologen in gehobener Stellung einlud. Eine davon war Rosemary Radford Reuther, die dieser Gruppe vielleicht nicht bekannt ist, aber eine der führendsten, wenn nicht die führendste, katholische Theologin ist. Sie beschrieb, wie sie sich den Himmel vorstellt, und sie freute sich darauf. Sie sagte: „Ich freue mich darauf, dass ich diesen Körper nicht mehr habe, dass ich nicht mehr eine Frau sein muss, dass es im Himmel keine Frauen und keine Männer, sondern nur Seelen gibt.“ Und wissen Sie, das war irgendwie paradox, weil ihr Mann neben ihr stand, als sie das sagte. Und ich sagte – nun, ich war damals jünger und ein bisschen forscher, und ich sagte: „Wissen Sie, ich liebe meinen Mann. Ich glaube, dass ich gern eine Frau sein und für immer mit ihm verheiratet sein werde.“ sie antwortete: „Na, das mag Ihre Vorstellung vom Himmel sein, aber für mich ist es die Vorstellung von der Hölle.“ So will ich nur sagen, dass ich als Frau die Lehre, dass mein Körper ein großer Segen ist und dass ich ihn behalten werde, ein wichtiger Grund ist, in der Kirche zu bleiben. Was ich noch gelernt habe, ist, dass Männer und Frauen vor dem Herrn und voreinander gleich sind. Nun benutzen Sie das Wort „gleich“ nicht in demselben Sinn wie die gefallene Welt - „gleich“ bedeutet nicht identisch. Tatsache ist, es gibt nicht zwei Menschen, die identisch sind, und doch stehen sie auf gleicher Ebene voreinander und vor dem Herrn. Können wir uns einen Begriff von Gleichheit vorstellen, der besagt, dass Männer und Frauen vor dem Herrn und voreinander gleich sind? Das ist die Vision von Gleichheit, die das wiederhergestellte Evangelium mich lehrt. Ich möchte hier zitieren, was Elder L. Tom Perry im Jahr 2004 gesagt hat: „Es gibt keinen Präsidenten und keinen Vizepräsidenten in der Familie. Die Eheleute arbeiten gemeinsam und auf ewig zum Besten ihrer Familie zusammen. ... Sie stehen auf gleicher Ebene. Sie gehen gemeinsam voran und planen und organisieren die Belange der Familie gemeinsam und einstimmig.“ Welch unglaubliche Vision! Besonders für eine christliche Religion, von der viele glauben, dass die Ehefrau ihrem Mann untertänig ist. Das ist nicht das, was wir in der Kirche glauben. Überlegen Sie einmal, auf wie viele Arten Männer und Frauen gleich sind. Sie können in Segnungen gleich sein, gleiche Partner, gleich an Kraft, gleich an Intelligenz, gleich an Weisheit, gleich an Würde, gleich an Achtung, gleich beim Ratgeben, gleich beim Zustimmung geben, gleich in Entscheidungsfreiheit, gleich an Wert, gleich in ihrem Potenzial, gleich in der Fülle, wenn sie erhöht sind, gleich an Tugendhaftigkeit, gleich an Geistigkeit und geistigen Gaben, gleich in zeitlichen Angelegenheiten – zumindest in Zion – und gleiche Erben mit Christus. Dies ist eine radikale, revolutionäre Bekräftigung der Gleichheit von Mann und Frau vor dem Herrn und voreinander. Ich denke, dass wir diese unglaubliche Lehre, die wir haben, nur verstehen können, wenn wir zum Garten Eden zurückgehen. Ich glaube und hoffe, dass ich heute zeigen kann, wie vollständig das wiederhergestellte Evangelium die konventionelle Geschichte vom Garten von Eden ändert. Bevor wir ins Detail gehen, will ich noch drei Punkte erwähnen. Erstens, die Heiligen der Letzten Tage glauben nicht, dass der Fall eine große Tragödie war. Wir glauben vielmehr, dass er vorherbestimmt war. Er diente unserem Fortschritt und war aus dieser Sicht ein Segen. Zweitens, glauben wir nicht, dass Eva eine Sünde beging, als sie von der Frucht des Ersten Baumes, des Baumes der Erkenntnis von Gut und Böse, nahm. Drittens, weil wir nicht glauben, dass Eva sündigte, glauben wir auch nicht, dass Eva für ihre Rolle beim Essen der Frucht bestraft wurde, sondern wir glauben, dass sie belohnt wurde. Nun wollen wir zu dieser alten Geschichte zurückgehen und sie im Licht des wiederhergestellten Evangeliums und seiner Grundsätze ohne die alten, verkrusteten Überlieferungen erzählen. [Dia 4 wird gezeigt.] Wir wissen, dass es ein Reich gibt, das von einem Abgrund begrenzt wird, der alles Böse vom Guten trennt. Und wir wissen, dass wir in diesem heiligen Reich himmlische Eltern haben, dass wir einen Vater und eine Mutter haben, und dass sie nicht in irgendeinem literarischen Sinn symbolisch unsere Eltern sind, sondern dass wir buchstäblich ihre Kinder sind. Und wir wissen: Als Gottes Kinder ein Alter erreichten, das ich mir gern als Teenager vorstelle, wurde es deutlich, dass sie hinausgehen und Fortschritte machen mussten. Sie sollten anfangen zu verstehen, was ihre Eltern verstanden, und schätzen, was ihre Eltern schätzten. Wie wir wissen, wurde ein Plan vorgeschlagen, ein Plan der Trennung, ein Plan der Entscheidungsfreiheit. Wir wissen, dass es auch im vorirdischen Dasein eine gewisse Entscheidungsfreiheit gab, sonst hätte es keinen Krieg im Himmel geben können. Selbst im Himmel konnte man wählen, aber wir hatten keine vollständige Entscheidungsfreiheit. Dafür brauchte es eine Trennung. Dafür war Fortschritt nötig. Wir mussten den Unterschied verstehen zwischen Tugend und Laster, Vergnügen und Schmerzen, dieses ganze Wissen mussten wir erwerben. So wurde ein Plan vorgelegt, und wie wir wissen, wurde ein Plan von Christus vertreten und ein anderer wurde vom Satan vertreten. [Klicken Sie einmal, um die nächste Animation auf Dia 4 zu erhalten.] Und es heißt, dass ein Drittel der Kinder Gottes sich nicht für den Plan Jesu entschied. Lassen Sie uns über uns übrige sprechen, denn ich nehme an, dass wir alle, die wir hier sind, nicht zu dem Drittel gehören, sondern vielmehr zu denen, die sich für diesen Plan entschieden. Und wir wissen, dass der Plan etwas mit der Einrichtung im Garten Eden zu tun hatte. [Klicken Sie zweimal, um die nächsten beiden Animationen auf Dia 4 zu erhalten.] Der Plan war eine Rundreise, wenn Sie so wollen. Der Plan würde uns von unserem himmlischen Zuhause fortführen, und wenn wir den Weg gut beständen, würde der Plan uns wieder nach Hause bringen.Und dann wären wir unserem Vater im Himmel viel ähnlicher mit mehr Wissen, größerer Entscheidungsfreiheit, mit dem Wunsch, das Rechte zu wählen - mit so viel mehr, als wir erreichen könnten, wenn wir im Himmel mit einer verwässerten Form der Entscheidungsfreiheit geblieben wären. Ich halte es für wichtig, darüber nachzudenken, dass wir zwei Bäume haben, und zwei Personen. Zwei Bäume und einen Mann und eine Frau. Zuerst möchte ich über eine einigermaßen interessante Interpretation der Tatsache sprechen, dass wir zwei Bäume und zwei Personen haben. Dazu fragen wir: Warum wurde Eva als Zweite erschaffen? Ich bin zur Kirche bekehrt, darum bin ich mit der Überlieferung aufgewachsen, dass Eva als Zweite erschaffen wurde, weil sie nur ein Anhängsel Adams war, dass sie Adam unterlegen war, dass sie von Adam abstammte und nicht von Gott, dass sie zwei Stufen von der Göttlichkeit entfernt war, Adam aber nur eine. Nun haben unsere Generalautoritäten gesagt, dass diese Sicht absolut falsch ist und dass in dem Begriff „help meet“ (in der Einheitsübersetzung „Hilfe“ als Bezeichnung für Eva, Anm. d. Übers.) das „meet“ tatsächlich bedeutet: „gleich an Macht, zu retten“. So lesen wir bei Elder Earl C. Tingey: „Sie dürfen nicht missverstehen, was der Herr meinte, als er zu Adam sagte, er solle eine „helpmeet“ bekommen. „Helpmeet“ ist eine Gefährtin, die zu uns passt oder uns gleich ist. Wir gehen Seite an Seite, und nicht einer vor oder hinter dem anderen. „Helpmeet“ bedeutet eine völlig gleiche Partnerschaft zwischen Mann und Frau. Eva sollte Adam gleich sein, so wie Mann und Frau einander gleich sind.“ Absolut erstaunlich, diese Zitate! Lassen Sie mich eine Idee vortragen: Könnte es sein, dass Eva als Zweite erschaffen wurde, um zu zeigen, wie hilflos Adam vor dem Ersten Baum war? Könnte es sein – zwei Personen, zwei Bäume – dass es für Eva vorbestimmt war, dass sie als Erste von der Frucht des Ersten Baumes essen sollte? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir uns fragen, was das Essen der Frucht vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse in geistigem Sinn bedeutet. Ich denke, Sie wissen, was es bedeutet. Es bedeutet, mit einem sterblichen Körper in die Sterblichkeit einzutreten, in die volle Entscheidungsfreiheit einzutreten. Es bedeutet, dass das Licht Christi in uns erweckt wird, das uns so sehr hilft, wenn wir durch den Schleier gehen. Denken Sie – zwei Personen, zwei Bäume – nach wessen Verwalterschaft klingt das? Durch die Frauen kommen Seelen in die Sterblichkeit und gewinnen ihre Entscheidungsfreiheit, und im Allgemeinen ist es durch die liebevolle Erziehung der Frauen, ihre umhegende Liebe zu ihren Kindern, dass das Licht Christi in jeder Seele geweckt wird. Und ich möchte in diese Liste von Seelen Jesus, den Christus, einschließen. Selbst unser Herr Christus wurde in die Sterblichkeit begleitet und in Fleisch gekleidet durch das Geschenk einer Frau. Er wurde an der Brust seiner Mutter gestillt und für all das geweckt, was auf dieser Erde gut und schön ist. [Klicken Sie einmal für die nächste Animation auf Dia 4.] Frauen begleiten jede Seele durch den Schleier ins sterbliche Leben und zu voller Entscheidungsfreiheit. Wenn wir darüber nachdenken - zwei Personen, zwei Bäume – sollten wir an zwei Verwalterschaften denken. Und daran, dass die Frucht des Ersten Baumes ein Symbol für das Geschenk ist, das Frauen jeder Seele geben, die sich dafür entschieden hat, dem Plan Christi zu folgen. Sie ist ein Sinnbild für die Rolle und die Macht der Frau im großen Plan des Glücklichseins. Aus dieser Sicht war es für Adam nicht richtig oder angebracht, als Erster von der Frucht des Ersten Baumes zu nehmen. Es entsprach nicht seiner Rolle, anderen das Geschenk der Frucht des Ersten Baumes zu geben. Es ist interessant, wenn man sich überlegt, dass selbst Adam, der vor Eva erschaffen wurde, in die volle Sterblichkeit und die volle Entscheidungsfreiheit eintrat, weil er die Frucht des Ersten Baumes aus der Hand einer Frau entgegennahm. In diesem Sinn wurde Adam selbst von Eva geboren. Hat Eva gesündigt? Ich denke, dass das für diese Zuhörer kein Streitpunkt ist. Wir haben darüber sehr, sehr klare Lehre, die deutlichste in Elder Oaks' berühmter Rede über Eva, in der er sagt: „Manche Christen verurteilen Eva wegen ihrer Tat und denken, Eva und ihre Töchter hätten deswegen einen Makel davongetragen. Nicht so die Heiligen der Letzten Tage! Durch Offenbarung wissen wir es besser und freuen uns über Evas Tat. Wir ehren die Weisheit und den Mut, den sie bei diesem Ereignis, das wir als den Fall des Menschen bezeichnen, bewies.“ Wenn Sie über etwas sprechen wollen, worin die Mormonen sich von anderen christlichen Glaubensrichtungen unterscheiden, ist dies einer der wichtigsten Punkte – dass Eva kein Dummkopf war. Sie war auch keine Mörderin. In Wirklichkeit war sie weise und mutig, und was sie tat, gefiel Gott. Elder Oaks sagt weiter in seiner Rede, dass der Genuss der Frucht die kleinste Übertretung war, die gebraucht wurde, um den Trennungsschleier anzubringen, der uns die vollständige Entscheidungsfreiheit ermöglichte. Stellen Sie sich vor, was Sie taten, als Eva von der Frucht des Ersten Baumes nahm. Wir waren nämlich alle dort und schauten zu, und wir hielten alle den Atem an. Weswegen halten wir den Atem an? Sagen wir: „Nein, nein, Mutter Eva, iss nicht davon. Nein, ich kann gar nicht hinschauen – iss nicht davon!“ Tun wir das? Was sagen die Heiligen der Letzten Tage? „Mutter Eva, bitte iss die Frucht. Bitte, bitte, iss davon!“Und weinen wir, wenn sie es tut? Nein, wir jubeln und feiern sie. Dies ist ein riesiger Unterschied zwischen den Grundsätzen des wiederhergestellten Evangeliums und vielen anderen christlichen Religionen – wenn wir uns vorstellen, was wir im Himmel taten, als Eva von der Frucht aß. Ich denke, es war angemessen und richtig, dass Frauen die Tür zum Plan des Glücklichseins öffnen. Ich weiß, dass die Verwalterschaft der Frauen und das, was der Erste Baum darstellt, wirklich gut übereinstimmen, aber ich möchte hinzusetzen, dass ich auch glaube, dass es angemessen und richtig war, dass Frauen die Tür öffnen. Als wir die verschiedenen Teile des Plans betrachteten und überlegten, was in der gefallenen Welt auf uns zukommen würde, da erhielten die Töchter Gottes zumindest eine Ahnung dessen, was ihnen widerfahren würde – Vergewaltigung, erzwungene Ehen, Frauenhandel. Sie wurden von großen Teilen der menschlichen Geschichte als bewegliches Gut betrachtet. Wenn keine Frau bereit war, die Tür zum irdischen Leben und allem, was es für Frauen bedeutete, zu öffnen, wäre sie meiner Meinung nach nicht geöffnet worden, und das wäre nur gerecht gewesen. Eva war nicht die schlechteste unter den Frauen. Sie war die beste unter den Frauen. Sie war die mutigste und die gläubigste. Es war auch richtig, dass das erste sterbliche Wesen, dem der auferstandene Jesus sich zeigte, kein Mann war. Es war eine Frau. Das Sühnopfer Jesu vergalt Evas Glauben an den Plan, ihr mutiges Öffnen der Tür, die durch den Ersten Baum dargestellt wird. Denjenigen unter Ihnen, die im Tempel waren, möchte ich nur ins Gedächtnis rufen – wer hörte in dem großen Plan des Glücklichseins zuerst auf wen? Adam hörte zuerst auf Eva. Adam erhielt das Geschenk des Ersten Baumes zuerst aus der Hand einer Frau. Hören die Männer heute noch auf uns? Viele tun es, und ich wage zu behaupten, dass wahrscheinlich alle Männer unter den Zuhörern es tun oder tun werden. Abgesehen davon, dass Sie von Ihrer Mutter zur Welt gebracht worden sind, liegen Ihnen auch Ehe und Familie am Herzen und gehören zu Ihrer Vorstellung von einem glücklichen Leben. Sie gehen ein Bündnis ein, dass Sie ein gleichwertiger Partner Ihrer Liebsten sein werden, dass Sie ihr treu sein und mit ihr zusammen Kinder zur Welt bringen und großziehen werden. War Gott zornig auf Eva, weil sie von der Frucht gegessen hatte? Alles, was wir vom wiederhergestellten Evangelium wissen, sagt, dass es absolut nicht so war. Hat Gott sie verflucht? Das kann man kaum glauben, wenn er so stolz auf ihre Weisheit und ihren Mut war. Wir wissen, dass die Erde um Adams und Evas willen verflucht wurde - war das ein Fluch über Adam und Eva? Nein. In der Lehre unserer Kirche glauben wir nicht, dass der Fluch eine Strafe für sie sein sollte. Es war ein Fluch, der das Gesetz der Gegensätze beginnen sollte: Tugend und Laster, Freude und Schmerz, Licht und Dunkelheit, Wahrheit und Lüge. Eva wurde gesagt, dass sie unter Mühen Kinder gebären werde. Bedeutete das, dass Eva verflucht wurde? Aus der Sicht unserer Kirche sagen wir wieder: Absolut nicht! Kinder zu haben, die Gabe Evas voll zu geben, ist einer der für die Seele befriedigendsten Teile im Leben einer Frau, den sie entweder hier erleben wird, oder im Jenseits, wenn die Umstände es hier nicht zulassen In der King-James-Version der Bibel wird uns gesagt, als Teil von Evas Strafe solle Adam über sie herrschen. Ist es das, was die Heiligen der Letzten Tage glauben? Tatsächlich nicht. Ich denke, eine der wichtigsten neuen – ich kann nicht wirklich sagen, neuen Lehren, denn offensichtlich begann sie mit Adam und Eva, also eine Wiederentdeckung der Wahrheit – erschien im Ensign von August 2007, und doch kam sie nicht auf die Titelseite der Mormon Times. Na, ich bin nicht sicher, ob es die Mormon Time 2007 schon gab, das ist vielleicht der Grund. Elder Bruce Hafen sagt: „In Genesis 3:16 heißt es, Adam solle 'über [Eva] herrschen', und das 'über' in der Formulierung 'über Eva herrschen' heißt im Hebräischen bet, das soviel bedeutet wie herrschen mit und nicht über“. Der Begriff von voneinander abhängigen gleichwertigen Partnern ist in der Lehre des wiederhergestellten Evangeliums wohlbegründet. So sagen wir allein unter allen christlichen Religionen, dass Eva nicht nur nicht sündigte, sondern für ihren Mut und ihre Weisheit belohnt wurde. Gott versicherte ihr: So wie sie ihre Rolle im großen Plan des Glücklichseins erfüllte, würde auch Adam seine Rolle erfüllen und dadurch berechtigt sein, mit ihr gemeinsam zu herrschen. Eine erstaunliche und absolut revolutionäre Lehre! Was wird Adam nun tun? Ich denke, dass wir diesen Teil des großen Planes des Glücklichseins sehr gut kennen. Wir glauben, dass Adam das Geschenk der Frucht des Zweiten Baumes den Kindern Gottes gibt, die würdig sind, es zu erhalten, genauso wie Eva und ihre Töchter die Frucht des Ersten Baumes allen denen geben, die dazu würdig sind. Und die Frucht des Zweiten Baumes sind, wie wir wissen, die Verordnungen der Erlösung und der Erhöhung. [Klicken Sie einmal, um die nächste Animation auf Dia 4 zu bekommen.] Genauso wie der Schleier, der in dieses Leben führt, von den Frauen, den Töchtern Gottes, bewacht wird, so wird der Schleier, der uns heimbringt, von den Söhnen Gottes verwaltet und bewacht. Und diejenigen, die das Geschenk des Zweiten Baumes aus den Händen der Söhne Gottes angenommen haben, werden durch diesen Schleier zurück an den celestialen Ort gehen, wo sie wieder bei ihren Eltern sein können. So wie Adam auf Eva hört, wird Eva dann von Gott aufgefordert, auf Adam zu hören und die Frucht des Zweiten Baumes anzunehmen. Wir wären nachlässig, wenn wir nicht sähen, dass es zwei Hörende gibt und dass zwei Geschenke gegeben und zwei Geschenke empfangen werden. Einer der Gründe, warum ich denke, dass wir ein kleines Problem haben werden, dies einzusehen, ist unsere Umgebung. [Klicken Sie einmal, um die letzte Animation auf Dia 4 zu zeigen.] Das ist unsere Situation und unser Platz hier in diesem irdischen Reich. Und besonders, weil ich keine Babys sehe, stellt es die meisten von uns dar, die etwas Grau im Haar haben usw., usw. Das Drama vom Geben und Empfangen der Frucht des Ersten Baumes mag für die meisten von uns vorüber sein. Und was wir dann sehen, was wir anschauen, worauf wir zugehen, wenn Sie so wollen, auf diesem Pfad des Großen Plans, ist der Zweite Baum. Was sehen wir also? Was von unserem Aussichtspunkt ins Auge fällt, sind der Zweite Baum, die Frucht des Zweiten Baumes und die Söhne Gottes, die die Frucht des Zweiten Baumes vergeben. Das ist nur natürlich. Aber wenn diese Perspektive unseren Sinn dafür verzerrt, was und wer wichtig ist, dann haben wir ein Problem. Dann ist es wichtig, dass wir einen Schritt zurücktreten und wieder das ganze Bild anschauen, das ganze Bild, zu dem Frauen und Männer, zwei Bäume und zwei Treuhandschaften gehören. Wenn eins von beiden fehlte, würde der Plan nicht existieren. Es ist ein Plan mit gleicher Partnerschaft von Männern und Frauen; ein Plan der freudigen Zusammenarbeit. Frauen, hören wir auf unsere Männer? Natürlich tun wir das. Wenn mein Mann vor unserer Hochzeit zu mir gesagt hätte: „Liebling, ich möchte im Tempel heiraten und nirgends sonst“, hätte ich geantwortet: „Na klar.“ Wenn er nach unserer Heirat, als wir Kinder hatten, gesagt hätte: „Liebling, ich möchte den Familienabend halten und ich möchte Familiengebete haben und ich möchte sichergehen, dass sie getauft werden, wenn sie acht Jahre alt sind“, hätte ich gesagt: „Natürlich, ich nehme die Frucht des Zweiten Baumes von dir an.“ Wenn mein Mann sagen würde: „Liebling, holst du mir die Fernbedienung – sie ist im anderen Zimmer“, oder „Morgen ziehen wir nach Iowa, habe ich es dir schon gesagt?“, wäre ich nicht geistig verpflichtet zu hören, außer dass ich meinen Mann liebe und von ihm das Geschenk, die Gabe der Frucht des Zweiten Baumes, empfange. Wir müssen die wahre Definition dessen, was wir die patriarchalische Ordnung nennen, verstehen. Darum werde ich hier ein paar Zitate einfügen, weil der Satan gern Wörter benutzt, die ganz gleich klingen, aber etwas ganz Verschiedenes bedeuten. Und wir wissen, dass der Ausdruck „Patriarchat“, wenn man ihn in einem weltlichen Wörterbuch nachschlägt, eine Ordnung ist, in der die Männer über die Frauen herrschen. Wir wissen, dass das nicht die Ordnung des Himmels ist. So haben wir offensichtlich kein Patriarchat in der Kirche. Aber wir haben etwas, was die patriarchalische Ordnung genannt wird. Warum wird sie so genannt und warum sollten wir Definitionen zurückweisen, die versuchen, sie aussehen zu lassen wie eine Herrschaft der Männer über die Frauen? Hier möchte ich Präsident Ezra Taft Benson zitieren: „... Die patriarchalische Ordnung wird so genannt, weil sie vom Vater auf den Sohn herabkam.“ Das Recht, in den Verordnungen zu amtieren, die die Frucht des Zweiten Baumes geben, wurde in früherer Zeit vom Vater auf den Sohn übertragen. Was wir also mit „patriarchalische Ordnung“ meinen, ist die Ordnung der Familienführung, wie sie im Himmel gefunden wird. Sie basiert auf der gleichartigen Partnerschaft von Männern und Frauen. Präsident James E. Faust hat gesagt: „Jeder Mann ist der Patriarch seiner Familie, jede Mutter die Matriarchin, und sie sind einander ebenbürtig in ihren unterschiedlichen Aufgaben als Eltern“. Beachten Sie wieder den Paukenschlag der Gleichheit. Ich liebe die Vision des wiederhergestellten Evangeliums von diesen Dingen, weil es mir große Freude macht, die Wiederherstellung des Priestertums zu betrachten. Als ich neu bekehrt war und auf der Generalkonferenz Ansprachen über die Feiern zur Wiederherstellung des Priestertums kamen, so muss ich gestehen, dass ich das nicht ganz verstand und meistens einschlief. Aber jetzt schlafe ich nicht mehr ein und der Grund dafür ist, dass die Wiederherstellung des Priestertums Gottes nicht nur das richtige Verhältnis zwischen Mann und Gott wiederherstellt, sondern auch das richtige Verhältnis zwischen Männern und Frauen. Und ich glaube nicht, dass wir ohne die Wiederherstellung des Priestertums eine Vision – eine gottgegebene Vision – davon hätten, wie Männer Frauen behandeln sollen. Wo in der Welt findet man eine Gruppe von Männern, die sich an einem einzigen Maßstab für Keuschheit und Treue in der Ehe halten? Wo finden wir eine Gruppe von Männern, die sich der Ehe widmen – heiraten und verheiratet bleiben? Wo finden wir eine Gruppe von Männern, die sich der Sicherheit, dem Wohlergehen und der Gleichheit der Frauen verpflichten? Männer, die Kinder haben wollen und sich daran beteiligen, sie heranzuziehen? Männer, die ihre Töchter genau so schätzen wie ihre Söhne, Männer, die Missbrauch, Pornographie und Vernachlässigung verabscheuen? Männer, die die Bürde ihrer Frau mittragen einschließlich der Bürde der Hausarbeit? Wo finden wir eine Gruppe von Männern, die sich verpflichten, dies alles als Teil ihrer Pflicht vor Gott zu tun? Sie sind hier in diesem Raum. Sie sind eine besondere Bundesbruderschaft, wie es sie auf diesem Planeten nicht noch einmal gibt. Danken wir Gott für die Wiederherstellung des Priestertums, die eine Vision davon wiederherstellt, wie Gott wünscht, dass seine Töchter von seinen Söhnen behandelt werden. Das bedeutet, dass das Priestertum nicht ein Extrageschenk ist, das den Männern gegeben und den Frauen verweigert wird. Das Priestertum ist die Ausbildung des Mannes zu einem himmlischen Vater, und ich glaube, dass Frauen ihre eigene Ausbildung haben, um wie ihre himmlische Mutter zu werden. Die Verordnungen – und es sind Verordnungen - des Körpers und der Entscheidungsfreiheit – Schwangerschaft, Geburt und Stillen – die geistigen Handlungen des Ersten Baumes sind nicht weniger kraftvoll oder geistig als die heiligen Handlungen des Zweiten Baumes. Frauen haben ihre eigene göttliche Macht. Und es ist eine Binsenweisheit, dass die Religionen, die den Körper verachten, dazu neigen, die Frau abzuwerten. Was sagt uns dies? Das zentrale Drama in allen Gesellschaften ist nicht das, was man auf der Titelseite der Zeitungen liest. Das wirkliche Drama der menschlichen Gesellschaft ist das, was zwischen Männern und Frauen vorgeht. Es sind nicht Verträge und Kriege und der Ölpreis oder was auf dem Aktienmarkt geschieht. Woher wissen wir das? Aus Jakob 2: Jakobs Rede am Tempel. Sie erinnern sich vielleicht, dass er zu den Nephiten spricht. Nun denken Sie daran, dass die Nephiten die Schriften, das Priestertum, Propheten, einen Tempel und seine heiligen Handlungen haben. Aber was sagt er zu den Nephiten? Er sagt: „Ihr werdet vernichtet und die Lamaniten werden gerettet.“ Erinnern Sie sich noch an den Grund, den er nennt? Weil bei den Lamaniten die Männer ihre Frau lieben, die Frauen ihren Mann lieben, die Eltern ihre Kinder lieben und die Kinder ihre Eltern. Wenn es nicht so ist, was nützen dann die Schriften, die Tempel und die Propheten und die heiligen Handlungen der Errettung und Erhöhung? Gott würde lieber von Neuem beginnen mit einem Volk, in dem Männer und Frauen und Kinder einander liebhaben. Das ist die Grundlage des Evangeliums. Nehmen Sie die Grundlage weg, dann ist der Rest nur „eine lärmende Pauke“. In dieser Hinsicht können wir sagen, dass die Lage der Frauen als ein Barometer dafür angesehen werden kann, wie nahe eine Zivilisation dem Untergang ist. Wo nicht Liebe und Gleichheit zwischen Männern und Frauen bestehen, kann man nicht nach dem Evangelium leben. Man könnte genausogut von Neuem anfangen. Gott kann immer Engel senden und Propheten berufen, goldene Platten entdecken lassen und tun, was auch immer nötig ist, um das Reich auf der Erde wieder herzustellen. Aber die Grundlage muss da sein. Das bedeutet, dass Gleichheit der Geschlechter nicht ein „politisch korrektes“ Ideal der Heiligen der Letzten Tage ist; sie ist nicht der Sahnetupfen, der als letztes auf einen „Zion“-Eisbecher gesetzt wird. Nein, aus der Gleichheit der Geschlechter bestehen die Ziegelsteine Zions, ohne die man Zion nicht bauen kann, weil die Gleichstellung der Geschlechter die Weise ist, wie die himmlische Mutter und der himmlische Vater leben. Nun könnte man noch mehr sehen. [Klicken Sie, um Dia 5 zu zeigen.] Wir wissen, dass beim Endowment für die unter uns, die zum Zweiten Baum unterwegs sind, die Töchter Gottes auf die Söhne Gottes, die lernen, ein himmlischer Vater zu werden, hören. [Klicken Sie, um zur nächsten Animation auf Dia 5 zu kommen.] Ich halte es für möglich, dass auf dem Weg zum Ersten Baum auch Bündnisse geschlossen wurden [Klicken Sie, um zur nächsten Animation auf Dia 5 zu kommen.], wo die Söhne Gottes sich verpflichteten, auf die Töchter Gottes zu hören, die lernten, eine himmlische Mutter zu werden, und dass Adam, als er aus der Hand seiner Frau Eva die Frucht annahm, sein Bündnis erfüllte. [Klicken Sie, um Dia 6 zu zeigen.] Manche in der Kirche haben gedacht, dass das Reich Gottes so aussieht, [Klicken Sie, um zur nächsten Animation auf Dia 6 zu gelangen.] dass die Kirche über die Familien der Mitglieder herrscht, und sie haben den falschen Eindruck, dass die Männer irgendwie alles bestimmen und hier und im Jenseits über die Frauen herrschen. [Klicken Sie, um zur nächsten Animation auf Dia 6 zu gelangen.] Unsere Generalautoritäten predigen, dass die Kirche ein Geschenk für die Familie sein soll, das Geschenk, das von den Söhnen Gottes gegeben wird,[Klicken Sie, um zur nächsten Animation auf Dia 6 zu gelangen.] und dass es ein anderes Geschenk für die Familie gibt, das von den Töchtern Gottes gegeben wird.[Klicken Sie, um zur nächsten Animation auf Dia 6 zu gelangen.] Elder Jeffrey R. Holland hat gesagt: „Vielleicht gibt es im Himmel Gemeinden und Pfähle – davon weiß ich nichts – oder es kann auch irgendeine andere Organisation geben, von der wir nicht viel wissen. Was wir aber wissen, ist, dass im Himmel Familien sein werden. Und das meiste, das über unser Leben nach dem Tode offenbart wird, unser ewiges Leben, unser celestiales Leben, hat die Familienorganisation zum Mittelpunkt.“ Jetzt möchte ich Ihnen die Geschichte vorlesen, die ich abends meinen Söhnen und Töchtern erzähle, und dann bin ich fertig. Hier ist die Geschichte, die ich ihnen erzähle, wenn es dunkel wird: Als es für die Kinder Zeit wurde, erwachsen zu werden, schufen die Eltern einen schönen Garten. Im Garten standen zwei Bäume. Einer trug blutrote Früchte. Die Frucht des anderen war schneeweiß. Als der Garten fertig war, schickten die Eltern einen ihrer Söhne hinein. Er war sehr tapfer, und die Eltern hatten ihn lieb. Aber es war Zeit für ihn, selbstständig zu werden und eigene Entscheidungen zu treffen. Alle Kinder mussten das jetzt tun. Wenn sie gute Entscheidungen trafen, würden sie so werden wie ihre Eltern, und sie könnten alle wieder zusammen leben. Wenn sie schlechte Entscheidungen trafen, würden sie nicht wieder bei ihren Eltern leben wollen, weil sie dann anders wären als sie. Nur die Kinder konnten die Tür zu ihrem Zuhause schließen und die Tür zu ihrer Reise öffnen. Das war die erste richtige Entscheidung, die die Kinder treffen mussten. Sie mussten von zu Hause weggehen zu einem neuen Leben – einem Leben, das sie durch ihre Entscheidungen gestalten mussten. Die Tür war der Rote Baum. Die Eltern sagten ihrem Sohn, wenn er von der Frucht dieses Baumes äße, würde er die Tür seines Zuhauses schließen und die Tür zu einem Leben voller Entscheidungen öffnen. Sie sagten ihm, er solle nicht davon essen, damit er verstand, dass Eltern und Zuhause aus dem Auge verlieren würde, wenn er die Reise wählte. Er aß nicht. Er stand vor der Tür des Roten Baumes und wusste, dass es nicht für ihn bestimmt war, sie zu öffnen. Er wartete darauf, dass die Eltern diejenige senden würden, für die es bestimmt war. Sie kam. Die Eltern sandten eine ihrer geliebten Töchter, die mutig und treu war. Sie überlegte, was sie von ihren Eltern wusste. Sie dachte über ihren Gefährten nach. Sogar ein Feind versuchte, sie zu beeinflussen. Er verdrehte die Wahrheit, um Macht über sie zu bekommen. Sie stand auf der Schwelle zwischen ihrem Zuhause und der großen Reise. Die Eltern hatten gesagt, wenn sich keine ihrer Töchter zu der großen Reise bereit erklärte, würde diese nicht stattfinden. Diejenigen, die die Verantwortung dafür tragen würden, alle Kinder über die Schwelle zu bringen, und dabei ihre Leben aufs Spiel setzten, hatten das Recht, die Entscheidung zu treffen. Sie wog das alles in ihrem Herzen und ihrem Sinn ab und dachte an die Kosten für alle Töchter, die kommen würden. Aber am meisten dachte sie an ihre Eltern und ihr Glücklichsein. Wenn sie so werden konnte wie sie und wissen konnte, was sie wussten, und lieben könnte, wie sie liebten, dann wäre das alle die Schmerzen und Sorgen wert. Sie nahm die Frucht des Roten Baumes und öffnete die erste Tür. Zu Hause jauchzten alle Kinder vor Freude, dass eine Tochter der großen Reise zugestimmt hatte, was bedeutete, dass sie alle ihr folgen konnten ... ... wenn ihr Gefährte zustimmte. Sie trug die rote Frucht zu ihm und bat ihn, sie auf der Reise zu begleiten. Er hatte auf diesen Augenblick gewartet, darauf, die erste Seele zu sein, die von einer Tochter über die Schwelle zu diesem Leben gebracht werden würde. Er hörte auf sie und nahm das Geschenk der roten Frucht von ihr an.. Zuhause ertönte ein weiterer Freudenschrei – die große Reise hatte begonnen! Die Eltern waren sehr froh über den Mut und die Weisheit ihrer Tochter, weil sie sich dafür entschieden hatte, die Tür des Roten Baumes zu öffnen, und über die Voraussicht und die Stärke ihres Sohnes, dass er das Geschenk seiner Gefährtin, ihrer Tochter, angenommen hatte. Die Eltern kamen ein letztes Mal, um ihren Sohn und ihre Tochter zu verabschieden. Sie warnten sie, dass es sehr schwierig werden würde. Richtige Entscheidungen bedeuten richtige Freude, aber auch richtigen Kummer. Die Eltern sagten ihnen aber auch, wohin sie gingen und wie sie dorthin gelangen konnten. Sie müssen wissen, ihr Ziel war der Weiße Baum. Der Weiße Baum war auch eine Tür – die Tür nach Hause für diejenigen, die auf ihrer Reise das wählten, was gut und richtig war. Wie vom Roten Baum gab es auch vom Weißen Baum ein Geschenk. Die weiße Frucht sind Lehren und Verheißungen auf dem Weg der Rechtschaffenheit, der nach Hause führte. Diesmal würde ihr Sohn das Geschenk geben und die zweite Tür, die Tür nach Hause, öffnen. Die Eltern sagten ihrer Tochter, dass sie durch das Öffnen der Tür des Roten Baumes gezeigt hatte, dass sie würdig war, und nun würde ihr Sohn zeigen, dass er würdig war, indem er die Tür des Weißen Baumes öffnete. Er würde ihr die weiße Frucht anbieten, und sie sollte auf ihn hören und sie annehmen, so wie er auf sie gehört und die rote Frucht von ihr angenommen hatte. Auf diese Weise würden sich beide als würdig erweisen, und er würde mit ihr als gleichwertiger und geliebter Partner herrschen. Sie schauten einander an und mussten lächeln. Die Rote Frucht des Lebens und der Entscheidung und die Weiße Frucht des Weges der Rechtschaffenheit ... jede war notwendig, jede brachte Freude, jede war ein Geschenk für den anderen von der Hand ihres geliebten, gleichwertigen Gefährten. Sie fühlten einen Hauch der Liebe, die ihre eigenen Eltern zueinander empfanden. Sie fassten sich an den Händen und begannen gemeinsam ihre Reise. Unsere Reise. Und das Geben und das Empfangen der Geschenke der Roten Frucht und der Weißen Frucht und das Öffnen der ersten und der zweiten Tür halten bis heute an ... ... bei Ihnen. |
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