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Stephen R. Gibson hat unter dem Titel „One Minute Answers to Anti-Mormon Questions“ ein Buch mit kurzen Antworten auf die häufigsten Fragen von Antimormonen geschrieben, das auch auf der englischen FAIR-Site zu finden ist. Es ist nun bei LDS BOOKS unter dem Titel „Schnelle Antworten auf Fragen von Antimormonen“ in deutscher Übersetzung erschienen. Es folgt als Kostprobe mit Genehmigung von LDS BOOKS ein Kapitel aus diesem Werk: Das ganze Buch kann bei LDS BOOKS bestellt werden. 28 Sind alle Aussagen von HLT Autoritäten offizielle Lehre? Frage: Muss alles was HLT Kirchenführer sagen als korrekte Lehre betrachtet werden und ist es daher bindend für die Kirche? Antimormonische Kritiker durchstöbern oft hunderte Seiten Kirchengschichte oder Vorlesungen von Generalautoritäten aus den letzten 160 Jahren, um irgend eine Aussage zu finden, die sie von der Lehre her als unseriös oder anstößig betrachten und sie hoffen, die Kirche mit dem, was damals gesagt wurde in Verlegenheit zu bringen. Diese Kritiker versuchen dann, diese „Häppchen“ als Hebel gegen Heilige der Letzten Tage zu verwenden, die der irrigen Ansicht sind, alles was Generalautoritäten sagen, sei offizielle Kirchenlehre und daher bindend für die Kirche und ihre Mitglieder. Natürlich ist es unfair, die Kirche für jede wahre oder falsche Aussage ihrer Mitglieder verantwortlich zu machen. Das Mitglied, das die fragliche Aussage gemacht hat, muss derjenige sein, der für die Aussage verantwortlich gemacht wird. Von diesen antimormonischen Kritikern wird ein doppelter Maßstab verwendet. Sie würden nicht im Traum daran denken, die Lutherische Kirche für jede Aussage von Martin Luther verantwortlich zu machen, oder die Methodistische Kirche für all Bemerkungen von John Wesley. Doch viele versuchen, die HLT Kirche für alle Bemerkungen ihrer frühen Führer ebenso verantwortlich zu machen wie für jede Aussage von gegenwärtigen Führern. Der doppelte Maßstab wird noch schlimmer, weil ihre Kirchen keine Apostel oder Propheten haben. Sie haben niemanden, der als bevollmächtigt betrachtet wird, für sie zu sprechen. Fernsehprediger, Pastoren, Schriftsteller oder andere Personen bringen ein breites Spektrum persönlicher Ansichten zum Ausdruck. Doch erwartet irgend jemand von ihnen „bevollmächtigte Sprecher“ für die „orthodoxe Christenheit“ zu sein? Natürlich nicht. Doch die Gegner mit doppeltem Maßstab versuchen mit Gewalt, jedes Mitglied und jeden Führer der Heiligen der Letzten Tage zum „offiziellen Sprecher“ bezüglich Lehre, Praxis und Glaubensgrundsätzen der Kirche zu machen. Die Lehren, für die die HLT Kirche verantwortlich ist, und die für ihre Mitglieder bindend sind, sind (1) jene die in ihren Standardwerken gefunden werden, deshalb nennen wir sie ja auch „Standardwerke“; und (2) die offiziellen Aussagen, die von der Ersten Präsidentschaft und vom Kollegium der zwölf Apostel genehmigt und als Kirchenlehre veröffentlicht sind. Der Präsident der Kirche Harold B. Lee gab 1972 einen zeitlosen Rat:
Wenn Präsident Lee auch besonders über Mitglieder sprach, die lieber Kommentare und andere Bücher an Stelle der Heiligen Schriften verwenden, so ist sein Rat doch auch auf Predigten, Ansprachen und auf allgemeine Antworten auf Themen des Tages anwendbar, unabhängig davon wo, wann oder von wem sie gesagt wurden. Um zu beurteilen ob etwas, das gesagt wurde, verlässlich ist oder nicht, müssen wir es zuerst im Licht unserer Standardwerke betrachten. Wir glauben an die Lehre der Unfehlbarkeit in Bezug auf Gott, nicht in Bezug auf den Menschen. Es gibt nur eine einzige Ausnahme von der Regel, dass alles, was gelehrt wird in den Schriften verankert sein sollte. Diese Ausnahme ist der Prophet. Er hat das Recht und die Verantwortung neue Offenbarung zu empfangen, die über das hinausreicht, was bereits in den Schriften offenbart wurde. Wenn ein historisches Häppchen aufrührerisch erscheint, sollten wir es im Zusammenhang mit der Zeit, den Umständen und den Verhältnissen betrachten, unter denen es gesagt wurde. Zum Beispiel stellen Aussagen über den Klerus kurz nach dem Tod von Joseph Smith in Carthage offensichtlich nicht die Gefühle der Kirchenleiterschaft in den heutigen, weniger emotionalen Zeiten dar. Die Bemerkungen von Brigham Young über die Regierung der Vereinigten Staaten während US Truppen unterwegs waren um das, was sie als „Mormonenaufstand“ bezeichneten, niederzuschlagen, muss man in diesem Zusammenhang lesen. Reaktionen führender Autoritäten bezüglich der politischen Plattform, die „mormonische Polygamie und Sklaverei“ als Zwillingsbarbarei bezeichneten, kann nicht als vorherrschendes Gefühl hundert Jahre später betrachtet werden. Viele der Aussagen von Jesus selbst könnten aufrührerisch erscheinen, wenn sie aus ihrem kulturellen und historischen Zusammenhang genommen werden. Beispiele sind, wenn Jesus predigt dem „Bösen nicht zu widerstehen“, oder wenn Jesus von Satan geführt wird (Matthäus 4:5), oder wenn er andere anweist, lebendes Fleisch zu essen und Blut zu trinken. (Matthäus 26:26-28). Wenn man schon die Lehren des vollkommenen Meisters grotesk erscheinen lassen kann, wenn man sie aus dem Zusammenhang reißt, wieviel leichter wird es dann sein, die Aussagen seiner unvollkommenen Diener lächerlich zu machen? Joseph Smith sagte einmal: „Heute Morgen sprach ich mit einem Bruder und einer Schwester aus Michigan, die dachten, ein Prophet sei immer ein Prophet. Ich sagte ihnen aber, dass ein Prophet nur dann ein Prophet ist, wenn er als solcher handelt.“ (History of the Church, Band 5, S. 265)
Propheten bringen persönliche und private Meinungen über viele Themen zum
Ausdruck, auch über die Lehre. Wenn diese Bemerkungen nicht mit offenbarter
Schrift harmonieren, können sie zurückgewiesen werden. Ganz sicher sind sie
keine bindenden Kommentare zur Lehre. |
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